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SUPER-TIGRE ST 60

Eingereicht
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Der Super-Tiger ST. 60 und der etwas kleinere Super-Tiger ST. 56 sind schon längere Zeit auf dem Markt. Der bekannteste Modellmotor der ‚Super-Tiger-Familie ist der ST. 56. Auf der Weltmeisterschaft für ferngesteuerte Flugmodelle wurde dieser Motor bevorzugt verwendet.

Der etwas hubraumgrößere ST. 60 Motor dagegen wurde nur von einem Piloten verwendet. Als Grund wird von den Modell-bauern angegeben, dass der ST. 60 gegenüber dem ST. 56 keine höhere Leistung hätte, dafür aber einen höheren Treibstoffverbrauch und schlechter im Leerlauf durchlaufe. Diese Argumente kann ich mit meinem Test auch nicht erschüttern. Es stimmt, dass die Leistung des ST. 60 nur ganz gering über der des ST. 56 liegt und dass etwas am Vergaser nicht stimmt, was zu einem unregelmäßigen Leerlauf führt. Nun ist aber in den letzten Wochen ein neuer 10-ccm-Modellmotor von Super-Tiger auf den Markt gebracht worden, der G. 60.

Es ist sicher für einige Modellflieger interessant, eine Antwort auf die Frage zu bekommen, ob neben dem neuen G. 60-Modellmotor noch der ST. 60 bestehen kann. Der ST. 60 hat den ungemeinen Vorteil, wesentlich leichter zu sein, genau 115 gramm. Die Leistung des G. 60 ist etwas höher, doch ist der Treibstoffverbrauch fast doppelt so hoch, als beim ST. 56-Motor. Der wesentlichste Unterschied zwischen bei-den Modellmotoren ist die Steuerung. Der G. 60 hat einen Flachdrehschieber, der ST. 60 saugt durch die Kurbelwelle an. Interessant ist am G. 60 der Vergaser, der einen fast doppelt so großen Querschnitt in der Saugöffnung frei lässt als der einfache Vergaser beim ST. 60. Für den Leerlauf ist ein spezieller Vergaser vorhanden, der auch bei Volllast eingeschaltet bleibt. Dieser Vergaser passt nun ganz genau auf den ST. 60-Modellmotor und es ist damit möglich, genau die gleiche Leistung aus dem ST. 60 herauszuholen bei vernünftigerem Treibstoffverbrauch als beim G. 60 mit seinem hohen Gewicht. (über den G. 60 und meine Erfahrungen mit diesem Motor werde ich nächstens berichten.)

Der Aufbau des Motors ist identisch mit dem des ST. 56. Die Kurbelwelle und der Hub sind gleich, die Bohrung um 1 mm größer. Die Kurbelwelle läuft in zwei Wälzlagern. Die Ansaugöffnung ist rechteckig. Die Steuerzeiten des Motors sind ähnlich denen bei Rennmotoren üblichen, was vielleicht die Empfindlichkeit auf Vergasereinstellungen erklärt. In das leichte und vielleicht zu bruchempfindliche Kurbelgehäuse ist die innen hartverchromte Zylinderlaufbüchse eingeschrumpft. Es ist nicht möglich, den Zylinder aus dem Kurbelgehäuse zu ziehen, dazu muss das Kurbelgehäuse rasch mit einer Flamme erwärmt werden. Ich rate aber von einem derartigen Versuch dringend ab, da sich zu leicht der Zylinder dabei verziehen kann und der Motor dadurch schlechter läuft. Der Motor kann daher von uns Modellbauern nicht vollständig zerlegt werden, denn der Kolben und die Kurbelwelle können bei eingepresstem Zylinder ebenfalls nicht ausgebaut werden. Zum guten Glück ist es bei den Super-Tiger-Motoren nicht notwendig, nach kurzen Laufzeiten den Kolben oder die Pleuelstange zu wechseln, so dass ich die beschränkte Demontagemöglichkeit eher als einen Vorteil ansehen möchte.

Der Zylinderkopf ist zu einem halb-kugelförmigen Brennraum geformt und wird mit 6 Schrauben befestigt. Die Zylinderkopfdichtung ist ein dünner Aluminiumring. Die Dichtung kann nach Abnahme des Kopfes wieder verwendet werden. Zur besseren Kühlung ist der Zylinderkopf hoch verrippt.

Der Propellermitnehmer wird mit einem geschlitzten konischen Ring auf die Kurbelwelle gekuppelt. Das Gewinde für die Propellermutter hat 6 mm Durchmesser, so dass die meisten heute üblichen Luftschrauben nicht aufgebohrt werden müssen. Der Vergaser ist ein einfacher Drosselvergaser mit einer regulierbaren Luftöffnung für den Leerlauf.

Das Laufverhalten des Motors entspricht weitgehend dem des ST. 56. Mein Mustermotor sprang mit einigen Treibstofftropfen im Ansaugstutzen am besten an. übermäßig empfindlich war die Vergasereinstellung nicht. Der Motor konnte sogar mit der Düsennadel über extrem mager etwas gedrosselt werden, bevor er ganz stehen blieb. Im Allgemeinen dürfte sich eine Vergasereinstellung mit 1/4 bis 1/2 Um-drehungen mehr offen, als bei dieser Abfallgrenze, empfehlen. Der Motor lief auch über längere Laufzeiten konstant durch und wurde nicht „sauer“. Sauer reagiert der Motor allerdings auf die üblichen Schalldämpfer. Nicht nur, dass die Motorleistung gewaltig abfällt, sondern der Motor überhitzt und wird „sauer“ mit „viertaktern“. Als bester Schalldämpfer hat sich der MINI¬VOX-Spezial erwiesen, mit dem der Motor 200 bis 300 U/min in der Drehzahl abfällt. Die Lebensdauer der MINI-VOX-Schalldämpfer ist allerdings sehr gering, wenn der Dämpfer nicht stramm auf den Auslasskanal passt. Es kann dann vorkommen, dass der Dämpfer sich im Flug auflöst. Den von Super-Tiger entwickelten Schall-dämpfer kann ich nicht empfehlen, da damit der Motor 500 bis 1000 U/min an Drehzahl verliert.

Mit dem Vergaser des G. 60 wird aus dem ST. 60 ein Hochleistungsmotor. Im Leistungsdiagramm habe ich beide Leistungskurven mit dem Serienvergaser und dem Vergaser des G. 60 eingetragen. Der Motor leistet mit dem G. 60-Vergaser rund 10’3/3 mehr und hat einen fantastischen Leerlauf. Bei diesem Vergaser wird im Leerlauf ein spezieller Leerlaufvergaser allein benutzt. Dieser Leerlaufvergaser ist fast identisch mit dem des COX-Tee-Dee-01. Bei Vollgasstellung wird ein rund doppelt so großer Luftquerschnitt frei-gegeben, als beim Serienvergaser. Beim Drosseln wird nun der Ansaugquerschnitt nach dem Hauptdüsensystem geschlossen, und der Leerlaufvergaser tritt verstärkt in Aktion. Beim Leerlauf ist die Hauptansaugöffnung nach dem Düsenstock verschlossen und der Motor saugt nur noch über den Leerlaufvergaser mit seinem minimalen Ansaugquerschnitt an. Mit dem einfach vom G. 60 übernommenen Vergaser habe ich im Leerlauf eine konstante Drehzahl von unter 1000 U/min gemessen. Mir war allerdings diese Leerlaufdrehzahl zu gering und ich habe den Leerlaufvergaser um 0,3 mm im Ansaugquerschnitt aufgebohrt.

Im praktischen Flugbetrieb erwies sich der Motor als sehr zuverlässig und mit dem entliehenen Vergaser geradezu ideal. Allerdings wurde der Motor nur mit einem Resonanz-Schalldämpfer geflogen, der abgestimmt war. Der Leerlauf war sehr zuverlässig, auch beim Turn, die Übergänge von Leerlauf auf Vollgas weich und stotterfrei. Wenn ich heute zu wählen hätte zwischen den verschiedensten Modellmotoren, ich glaube, ich würde mich für den Super-Tiger entschließen mit dem Vergaser des G. 60.

Noch ein Hinweis: Der Vergaser des G. 60 passt auch auf den ST. 56. Damit wird der ST. 56 noch temperamentvoller und leichter zu handhaben und vor allem zuverlässiger.

Der Treibstoff des Leerlaufvergasers muss unbedingt über eine zweite Treibstoffleitung aus dem Tank entnommen werden, sonst saugt der Leerlaufvergaser den Treibstoffschlauch des Hauptvergasers leer und der Motor bleibt im Leerlauf stehen. Es ist auch möglich, einen speziellen Leerlauf-treibstoff in einem eigenen Tank zu verwenden. Hier wären Treibstoff-mischungen aus Benzin und Nitro-methan denkbar. Allerdings wird immer auch bei Vollgas Treibstoff aus dem Leerlaufvergaser mit angesaugt und so ist ein vorzeitiges Leersaugen des Leerlauftreibstoffes möglich. Dies sei nur für die Modellbauer gesagt, die gerne etwas experimentieren möchten. Die Lebensdauer der Super-Tiger-Motoren wird von keinem anderen Modellmotor übertroffen. Die verchromte Zylinderlaufbüchse ist unverwüstlich. Mir sind Motoren ST. 56 bekannt, die schon mehr als 200 Liter Treibstoff verbraucht haben und immer noch bestens laufen, ohne Kolben- oder Pleuelschaden.

Galerie:

Testbedingungen:

  • Luftfeuchtigkeit: rel. 71 ‚1/4
  • Luftfeuchtigkeit: rel. 71 ‚1/4
  • Temperatur: 210 C
  • Treibstoff: Super Sonic 1000
  • Glühkerze: ENYA Nr. 5

Technische Daten

  • Bohrung: 24 mm
  • Hub: 22 mm
  • Hubraum: 9,94 ccm
  • Leistung: 0,88 PS bei 13 100 mit Serienvergaser 0,97 PS bei 13 600 mit Vergaser des G. 60
  • Gewicht: 387 g

Propellerdrehzahlen
Serien- Vergaser / Vergaser G. 60
Tornado Nylon 12X4 11 900 12 600
Tornado Nylon 12 X 6 10 450 11 000
Tornado Nylon 11 X 6 11 500 12 000
Tornado Nylon 11X4 13 000 13 500
Tornado Nylon 10×6 13 100 13 700

Serien- Vergaser
Vergaser G. 60
Schall- abgedämpfer Mini VOX Resonanz-
Tornado Nylon 12X4 11 600 12 650

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