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Toni Clark`s Cap 21

Eingereicht
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Rückblick 1987: Da das Interesse an den Modellen, die für das X-Programm geeignet sind, immer größer wird, möchte ich über meine CAP 21 berichten. Dieses Modell wird (auch noch 2020) von Toni Clark hergestellt und direkt vertrieben.

Es handelt sich hierbei um einen genauen Nachbau im Maßstab 1:3,4 der CAP 21 No. 001, also des Prototyps, der im August 1980 auf der Kunstflugweltmeisterschaft in den USA vertreten war.

Ein schlichter Karton beinhaltet alles, was man zum Bau der CAP benötigt. Da ich mir zuvor den Bauplan schicken ließ, ging es nun nicht ganz unvorbereitet an die Durchsicht der Einzelteile. Dem umfassenden Plan im Maßstab 1 : 1 mit extra Rumpfaufbauplan und hervorragenden Detaillösungen stehen auch die Baukastenteile in nichts nach.

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Autor und Erbauer Jörg Tetzlaff

Alle formgebenden Teile sind ausgeschliffen und passgenau. Durch Abpacken in einzelne Baugruppen bereitet das Auffinden der Einzelteile, unter Zuhilfenahme der 7seiteigen Stückliste, keine Schwierigkeiten. Hat man schon lange kein Buch mehr gelesen, kann man sich an der 17seitigen Bauanleitung ersuchen. Baut man nach Anleitung, kann eigentlich nichts falsch gemacht werden, und das Vergessen wichtiger Einbauten ist ebenfalls ausgeschlossen. Ich habe jeden Abschnitt einfach abgestrichen.

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Zum Bau

Der Rumpf kann auf einem ebenen Baubrett mit dem separaten Rumpfbauplan gebaut werden. Die vorderen Rumpfseitenteile sind bereits sauber geschäftet. Ebenso sind die Rumpfeckleisten profilgefräst und von sehr guter Qualität. Dies gilt für alle Teile. Ist der Rumpfkasten aufgebaut, wird mit dem Flügelmittelstück weitergebaut. Unter Verwendung der Abachihellingleisten ist es problemlos aufzubauen. Die Sichtfenster neben dem Pilotensitz des Originals werden am Modell als Kühlluftaustrittsöffnungen genutzt. Um nicht mit einer großen Fläche hantieren zu müssen, erfolgt nun das Verdübeln des Mittelstücks.

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Zum Tragflächenbau erfolgt als erstes das Verleimen der 2-mm-Balsabeplankungen. Ferner werden die Hauptholme aus 8 x 5-Balsa und 8 x 3-Kiefer verleimt. Eine Besonderheit ist die Fahrwerksbefestigung. Das Befestigungsbrett des Fahrwerks aus 6,5-mm-Birkensperrholz wird in genutete und zur Gewichtsersparnis bereits ausgebohrte Hilfsrippen, ebenfalls 6,5-Sperrholz, eingeleimt. Die Fahrwerksbeine aus 5-mm-Dural werden mit 3 M3-Schrauben befestigt. Dies ermöglicht eine schnelle Montage beim Transport. Nachdem das Gerippe aufgebaut wurde, muß man entscheiden, wie man die vier Querruder anlenkt. Zur Wahl stehen: 4 Servos in der Fläche oder 2 Servos im Mittelstück und Anlenkung über Gestänge mit Winkelhebeln.

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Letztere Möglichkeit bot mir folgende Vorteile:

Sie war im Plan eingezeichnet, und das geringere Gewicht in der Außenfläche bewirkt ein besseres Rollverhalten. Zur Teilung der Ruder ist zu sagen, daß nicht der Bauaufwand erhöht werden soll, sondern, wie beim Original, das Risiko des Querruderflatterns verhindert werden soll. Das Beplanken des Flügels mittels Kontaktkleber stellt dank ausführlicher Beschreibung keinerlei Schwierigkeit dar. Die fertiggestellten Flügelhälften werden einfach auf das Mittelstück aufgesteckt, ausgerichtet und verleimt. Bringt man den Flügel in einem Styroporständer in „Absturzlage”, kann man die gefrästen Abachi-Hohlkehlenleisten aufleimen.

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Die Querruder sind an der Vorderkante ebenfalls fertig abgerundet. Die Befestigung der Ruder erfolgt mit stabilen Scharnieren. Die Scharniere bestehen aus zwei Kunststoffbolzen 5 mm, 25 mm lang und sind mit einer Stahlachse verbunden. Die Montage erfolgt durch einfaches Bohren, wobei in den Rudern eine Stufenbohrung mit 5 und 9 mm angebracht wird. Dies ist erforderlich, weil sich die Drehachse der Scharniere im Ruder befindet.

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Das Höhenruder wird einteilig auf einer Helling aufgebaut. Auffallend ist die sehr stabile Verbindung der Ruderhälften durch eine 12 x 12-mm-Kiefernlei-ste, die gleichzeitig die Befestigung des großen Ruderhorns ermöglicht. Nachdem Verstärkungsklötze für die Ruderscharniere (außen doppelte Scharniere) sowie Verstärkungen für die Leitwerksbefestigung eingeleimt wurden, erfolgt das Beplanken. Sind beide Seiten beplankt, kann das Ruder von der Dämpfungsfläche getrennt werden. Die Höhenleitwerksbefestigung erfolgt mit 3 M3-Inbusschrauben. Diese Befestigungsart ermöglicht es, das Leitwerk mit eingebautem Servo zum Transport abzunehmen. Der Einbau des Servos im Leitwerk ermöglicht die Verwendung einer kurzen Anlenkstange aus 3-mm-Stahldraht in Verbindung mit einem starken Gabelkopf. Man erhält eine spielfreie und äußerst stabile Anlenkung.

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Seitenleitwerk und Ruder werden jeweils in rechter und linker Hälfte aufgebaut, beplankt und anschließend verleimt. Höhen und Seitenruder sind mit Hohlkehlen ausgeführt. Hierfür finden Abachidreikantleisten und tiefgezogene Styrolnasen Verwendung. Die Styrolnasen werden mit Sekundenkleber angeklebt und verschliffen. Da das Seitenruder ebenfalls zu Transport abnehmbar sein soll, werden hierfür an den Scharnieren die Achsen entfernt und durch einen eingeschobenen Stahldraht ersetzt.

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Die Befestigung des Heckfahrwerks erfolgt auf einem eingelassenen Sperrholzbrett, das gleichzeitig das untere Seitenruderscharnier aufnimmt. Die Anlenkung des Fahrwerks und Seitenruders erfolgt über Seilzüge. Sie sind im vorderen Rumpfbereich an einem Zwischenhebel befestigt, wobei an der Fahrwerksanlenkung Dämpfungsfedern eingehängt wurden.

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Philippe Souperon`s CAP

 

Die Anlenkung des Hebels erfolgt über eine kurze Schubstange. Abschließende Arbeiten am Leitwerk bilden das Anbringen einer leichten GfK-Verkleidung und das Anleimen der Randbögen.

Die Randbögen sind als aerodynamischer Ausgleich ausgelegt und halten durch den Einbau von insgesamt 30 g Blei das Ruder in der Waage. Somit braucht das Servo nur den reinen Ruderdruck aufzubringen. Der Einbau der Fernsteuerung erfolgt in einem Kasten aus 5-mm-Balsaholz. Dieser Kasten schützt die Anlage vor der Hitze des innen verlegten Resonanzrohrs. Ebenso sind die Querruderservos durch einen Deckel gegen Hitze geschützt. Auf dem Anlagenkasten findet der Tank seinen Platz. Durch ein auf den Tank gerichtetes Papprohr erhält dieser seine Kühlluft. Nachdem alle Einbauten erfolgt sind, geht es ans Beplanken des Rumpfrückens. Die Beplankung hat vorne 3, hinten 2 Teile. Da sie aus 3-mm-Balsa besteht, ist es erforderlich, sie vorzubiegen. Sind die Teile über Nacht getrocknet, werden sie auf die Hilfsleisten gestoßen und festgeleimt. Der Rumpfboden wird mit querlaufendem 3,5-Balsa beplankt. Die sehr leichte, weiß eingefärbte Motorhaube liegt zweiteilig vor. Sie kann verschraubt (wie beim Original) oder verklebt werden. Ich habe sie verklebt und nach dem Lackieren die Schrauben eingedreht. Die Befestigung am Rumpf erfolgt mit 15 Schrauben. Da sie im Balsaholz nicht halten würden, sind kleine Sperrholzplättchen eingelassen.

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Da der Rohbau nun abgeschlossen war, ging es ans Finish. Nachdem insgesamt 4,5 qm Bespannpapier vertapeziert waren, erfolgte eine mir bis dahin neue Art der Grundierung. Nach Vorbehandlung mit Spannlack, Klebstoff und viel Verdünnung erfolgte der Pinselauftrag von zwei Schichten Acryllack. Um auf das vom Hersteller versprochene Gewicht zu kommen, bleibt nun nichts anderes übrig, als etliche Stunden mit Nassschleifen zuzubringen. Es bleibt eine hauchdünne Schicht übrig, durch die das rote Bespannpapier durchschimmert. Nach gründlicher Vorbehandlung werden nun noch die GfK-Flügelübergänge angeklebt. Die Imitation der Nieten erfolgt mit beiliegenden Nägeln. Nun wird mit DB-Classic Weiß gespritzt.

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Philippe Souperon`s CAP

Hat man die sehr saubere Rauchglas-Kabinenhaube angeschraubt, kommt man zum schönsten Teil. Das Aus-schmücken mit den hervorragenden Dekorbogen bereitet viel Spaß. Als einziges müssen die großen Keimbuchstaben extra beschafft werden. Das gesamte Finish brachte bei meiner CAP 580 g dazu. Daraus ergab sich bei mir ein Komplettgewicht von 7600 g gegenüber einer Herstellerangabe von 7400 g. Zu meiner Freude stimmte der Schwerpunkt ohne Gewichtszugabe.

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Als Bauzeit sind an meinem Modell 3 Monate verstrichen.

Da ich im Anbringen von Macken beim Aus-dem-Keller-Tragen genügend Erfahrung gesammelt habe, noch ein Tipp: Verpackungshüllen von Surfbrettern eignen sich nach Behandlung mit einem Folienschweißgerät hervorragend als Flächentaschen.

Am Tage des Erstfluges schien zwar herrlich die Sonne, jedoch war es recht windig. Der eingebaute Quadra zeigte sich nach einer Tankfüllung von seiner besten Seite. Ohne Einstellungsänderung lief er sauber durch und konnte sehr niedrig gedrosselt werden.

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Philippe Souperon`s CAP

Zwei kurze Rollversuche zeigten eine starke Reaktion auf Seitenruderausschläge und die etwa zu erwartende Ausrollstrecke. Der Start erfolgte auf unserer Hartpiste. Bedingt durch den etwas frischen Wind, war die CAP bereits nach kurzer Rollstrecke in der Luft und mußte etwas gedrückt werden. Auffallend war das sofortige und exakte Reagieren des Modells auf jede Ruderbewegung, was mich nach einer Trimmrunde gleich ermunterte zu sehen, was denn nun dahintersteckt.

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Philippe Souperon`s CAP

Trotz riesig erscheinender Querruderausschläge lassen sich alle Rollfiguren wunderbar weich und exakt fliegen. Der Messerflug erfordert dank des großen Rumpfes wenig Seitenruderausschlag. Gerissene Rollen können so nebenbei geflogen werden. Die CAP eignet sich allerdings nicht für Speedflieger. Im Sturzflug ist kaum eine Geschwindigkeitszunahme festzustellen, ebenso verhält sich das Modell in gedrückten und gezogenen Figuren. Daraus ergibt sich ein ausgewogenes und ausgesprochen elegantes Flugbild.

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Ich muss sagen, dass ich mit keinem Modell in den ersten 10 Minuten so viele Figuren ausprobiert habe wie mit dieser CAP. Obligatorisch wurde nun in Sicherheitshöhe überzogen. Hierbei zeigt sich, dass die CAP nur über die Nase geht, solange man die Finger vom Seitenruder lässt. Nicht unerwähnt möchte ich die Turns lassen. Sie werden nicht gekippt oder herumgedrückt, sondern geflogen. Die Landung ist überhaupt kein Problem. Der flache Gleitwinkel lässt eine saubere Einteilung des Anfluges zu. Aufsetzen und zurückrollen zur Startbox bilden den Abschluss eines begeisternden Erstfluges.

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Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Auslegung des Modells in baulicher sowie fliegerischer Hinsicht optimal sein dürfte. Es bleibt zu hoffen, dass noch mehr Kameraden den Aufwand nicht scheuen und sich das Großmodell für das RC 1X-Programm bauen.

Technische Daten:

Maßstab: 1:3,4
Spannweite: 2,38 Meter
Gesamtlänge: 1,900 Meter
Motoren: 50 – 62 cm3
Flügelfläche: 83 dm2
Fluggewicht:      7,5 – 8,5 kg
Flächenbelastung: 90-102 g/dm2

 

www.toni-clark.com

Autor: Jörg Tetzlaff 1987
Fotos weisse Cap: Jörg Tetzlaff
Fotos blaue Cap: Karl Paul
Fotos 2.weisse Cap: Philippe Souperon

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