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A Bird Named Banshee

Eingereicht
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Gemeinsam mit Jim Martin arbeiten wir gerade am Prototyp seines berühmten Banshee. Auch diesen absoluten Klassiker des F3A-Kunstfluges werden wir als ARF wieder aufleben lassen. Als Vorgeschmack gibt es hier einen original Artikel zu diesem Flieger:

Das Äußere dieses nach letzten Erkenntnissen entwickelten Kunstflugmodells wirkt eigenwillig, ja, eigentlich sogar etwas aggressiv. Jim Martin, dem Urheber, ging es darum, Tragfläche und Höhenleitwerk mit Null-Einstellung möglichst nahe in eine Ebene mit der Motorzugachse zu bringen. Diese Einstellung bewirkt ein weitgehend neutrales Verhalten sowohl in Normal- als auch in Rücken-fluglage. Sie ist außerdem widerstandsarm, was noch durch die schnellen Profile und die schlanke Formgebung unterstützt wird. Der Name ,Banshee‘ (sprich ,Bänschie‘) ist nur schwer ins Deutsche übersetzbar. Er stammt aus der amerikanischen Folklore und bezeichnet einen bösen Geist, dessen unheilvolle Verkündigungen zu einem Flugmodell nicht recht passen wollen. Nun — Namen sind Schall und Rauch!

Technische Daten:

Spannweite: 1,58 Meter
Länge: 1,30 Meter
Motor: 10ccm

 

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,Banshee‘ ist absolut kein Trainer und war auch keinesfalls als solcher gedacht. Er ist vielmehr ein sehr schnelles und besonders gut reagierendes Kunstflugmodell für die Kunstflugprogramme der A.M.A. und der F.A.I. ,Banshee‘ ist aerodynamisch ,sauber‘, man muss sich eine andere Art der Landung angewöhnen als bei den meisten üblichen Modellen. Drosselt man den Motor, so geht die Flug-geschwindigkeit kaum zurück. Man muss sowohl in der Landekurve als auch im Endanflug ziehen, um das Modell zu verlangsamen und damit die erforderliche Sinkgeschwindigkeit zu erzielen.

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Trotz des dünnen Flügelprofils neigt das Modell hier jedoch nicht zu plötzlichen Strömungsabrissen an den Flügelspitzen. ,Banshee‘ verträgt eine Menge Wind, egal, ob er genau aus der Landerichtung oder von der Seite her bläst. Das zwar sehr schlanke, aber ausreichend große Seitenleitwerk zeigt besonders bei Seitenwindlandungen angenehm wenig Wetterfahnenwirkung.

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Der Original-,Banshee‘ ist mit Einziehfahrwerken ausgerüstet, und das scheint auch erforderlich, um die ausgefeilte Aerodynamik dieses Modells nicht durch unnötigen Luftwiderstand zu stören. Da das Einbauschema sich nach dem verwendeten Fabrikat richtet, ist nur die Position der Fahrwerk-beine im Bauplan angedeutet. Der jeweilige Einbau ist nach eigenem Ermessen vorzunehmen. Natürlich lässt sich ,Banshee‘ auch mit starrem Fahrwerk in der üblichen Weise ausrüsten. Darunter würden jedoch die Geschwindigkeit, die ruhige Fluglage und das Flugbild des schnellen Vogels etwas leiden.

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Bau des Modells

Rumpf. — Für einen geraden, verzugsfreien Rumpfbau empfiehlt es sich, die Hellingwinkel von Krick anzuschaffen. Sie werden sich nicht nur beim Bau des ,Banshee‘, sondern auch bei allen zukünftigen Modellen mit Balsarümpfen bewähren. Der Aufbau der Krick’schen Rumpfhelling geht aus der dem Bausatz beigefügten Anleitung hervor, so dass wir hier nicht näher darauf einzugehen brauchen. Prinzipiell ist auch ein ,freihändiger‘ Bau des schlanken Rumpfes möglich; die Gefahr etwaiger Verzüge ist dann jedoch gegeben und sollte tunlichst vermieden werden.

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Im ersten Arbeitsgang fertigen wir die Rumpfseitenteile aus mittelhartem 3-mm-Balsa an. Die Flügelausschnitte werden zwar angezeichnet, aber noch nicht ausgesägt. Dann bringen wir die Seitenteilverstärkungen aus 1,5-mm-Sperrholz mit Hilfe von Kontaktkleber auf. Die Flügelausschnitte können jetzt ausgesägt werden, jedoch verbleibt das später mit dem Flügel abnehmbare Mittelstück noch in den Seitenteilen. Die Balsa-Dreikantleisten werden nun so mit UHU-Coll auf die Seitenteile geleimt, dass sie sauber mit den Außenkanten abschneiden. Während der Trockenzeit werden die Rumpfspanten ausgesägt und eingepasst. Ihre Positionen werden sauber vom Bauplan auf die Innenseiten übertragen. Das Aufstellen der Hellingwinkel geschieht am besten auf der mit Transparentpapier abgedeckten Rumpfdraufsicht des Bauplans.

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Der Zusammenbau beginnt mit dem Einkleben (UHU-plus) der Spanten 2 und 3. Die Seitenteile müssen dabei genau ausgerichtet werden, so dass ihre Ober- und Unterkanten bis zum Rumpfende hin völlig parallel fluch-ten. Das Ganze lässt man in der Rumpfhelling aushärten. Danach werden die übrigen Spanten eingeleimt, das Rumpfende durch ein Stück da-zwischengeleimter, konischer Endleiste verstärkt und das nunmehr komplette Rumpfgerüst erneut, mit der Unterseite nach oben, in die Helling geschoben. Gleich danach kann der Rumpfboden aus 5 mm starkem Balsa aufgeleimt werden. Nach dem Trocknen dreht man das Ganze herum und leimt nun den aus weichem 10-mm-Balsa bestehenden Rumpfdeckel auf. Nachdem auch diese Leimstelle ausgehärtet ist, können wir den nunmehr völlig verzugsfesten und drehsteifen Rumpfrohbau endgültig aus der Helling nehmen. Diese wird jetzt nicht mehr benötigt.

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Im Kopfspant bringt man die Bohrungen für die Befestigung von Mo-torträger und Bugfahrwerk und für die Durchführung von Drosselgestänge und Kraftstoffleitung an. Danach baut man aus Balsaklötzen die Motorverkleidung zusammen, versieht sie mit dem Ringspant 1 und leimt sie gegen den Kopfspant. Mit Balsa-hobel und Schleifpapier bringt man nun den Rumpf auf seine endgültige Form. Dann kann das Übergangsstück des Flügelmittelteils sorgsam heraus-gesägt und nachgearbeitet werden. Niemand zwingt einen, die etwas eigenwillige, aber zum Stil des „Banshee“ passende Kabinenhaube aus Balsa aufzubauen. Wer mag, kann stattdessen eine der üblichen „Voll-sichtkanzeln“ verwenden, die erst nach fertiger Lackierung aufgeklebt wird. Das Modell würde dadurch ein wenig freundlicher, wenn auch weniger charakteristisch wirken.
Leitwerk. — Das rhombusförmige Profil des Höhenleitwerks hat sich in der Praxis sehr gut bewährt.

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Sein schädlicher Widerstand ist gering, die Höhenruderwirkung gut. Die Höhenflosse schneidet man in zwei Hälften aus leichtem Styropor, versieht sie mit einer Endleiste, beplankt sie mit weichem 1,5 mm Balsa, leimt die Nasenleiste und die Randbögen an und klebt die beiden Hälften mit UHU-plus zusammen. Die Stoßstelle sollte mit einem Streifen Glasgewebe verstärkt werden. Die Höhenruderhälften werden nach Plan aus leichtem Voll-balsa angefertigt. Das Seitenleitwerk wird aus 6 mm Balsa zugeschnitten und verschliffen, Die Höhenflosse kann dann mit der Auflagefläche des Rumpfendes verklebt werden; man sollte sie sehr sorgfältig ausrichten. Sodann kann das Seitenleitwerk —genau senkrecht und mit der Längsachse des Rumpfes fluchtend — aufgeklebt werden. Die oberen Übergänge fertigt man aus weichen Balsaklötzen an. Das Anbringen der Kielflosse und der Einbau des Schleifspornes aus 1,5-mm-Stahldraht schließen die Arbeiten am Rumpfende vorerst ab. Es verbleibt nur noch das Einkleben des Flügelbefestigungsbrettchens.

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Tragflügel. — Man beginnt mit dem Ausschneiden der beiden Flügelhälften in der bekannten Weise. Die Styroporkerne werden mit je einem durchgehenden Brettchen beplankt, das man nach einer Papierschablone aus weichem 1,5 mm Balsa zusammensetzt. Der Styroporkern wird also regelrecht in Balsa „eingewickelt“. Beim Beplanken geht man so vor, dass man zunächst die Unterseite des Flügelkerns und die hintere Hälfte der Beplankung mit Kontaktkleber einstreicht. Dann wird der Kern, beginnend an der „Endleiste“, auf das Beplankungsmaterial gedrückt und langsam Zug um Zug nach vorn abgerollt. Dann streicht man auch die Oberseite und die vordere Hälfte des Brettchens mit Klebstoff ein und feuchtet das Balsafurnier im Bereich der Flügelnase von außen gründlich ein. Jetzt kann behutsam weiter-„gerollt“ werden, an der Flügelnase mit aller Vorsicht, damit die Beplankung nicht reißt.
Nun können die vorgearbeiteten Randbögen angeleimt werden. Die Querruder sägt man mit 5 mm Über-maß aus, verkleinert sie danach um 10 mm und umleimt sie und die Ausschnitte mit 5 mm starkem Balsa. Dann werden mit scharfem Messer die Durchführungen für die Aufnahme der Führungsröhrchen (Alurohr, 4 mm Innendurchmesser) in die Unterseiten geschnitten und diese mit UHU-plus eingeklebt. Die verbleibenden Nuten füllt man mit entsprechenden Balsastreifen aus.
Jetzt sollten auch gleich die Einbauräume für das Querruderservo bzw. das Fahrwerksservo ausgeschnitten werden. Auch ist es günstig, zu diesem Zeitpunkt den Einbau des Hauptfahrwerks vorzubereiten. Man kann jetzt noch von den Flügelwurzeln her Führungskanäle für die Betätigungsgestänge durch den Styroporkern bohren.

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Die Flügelhälften können nun bei gleichzeitigem Einfügen der V-Form-Verstärkung zusammengesetzt werden. Die Stoßfuge verstärkt man mit einem Glasgewebestreifen. Die Torsionsgestänge für die Querruderbetätigung werden aus 4 mm Stahldraht angefertigt. Sie müssen dort flach an-gefeilt werden, wo später die Madenschrauben der Stellringe diese unverrückbar halten sollen. In diese Stell-ringe wird je eine 30 mm lange M 3-Schraube eingelötet. Nun sollten noch die Flächenbefestigungsdübel eingebaut werden und dann kann man den Flügel an den Rumpf schrauben und an die Mittelstück-Verkleidung anleimen. Die Flügelübergänge schneidet und schleift man in je zwei Hälften aus 12 mm Balsa zurecht und leimt sie gegen die Rumpfseiten. Der Einbau des Bugfahrwerks und der Fern-steuerung nebst Gestängen schließt den Rohbau ab.
Finish. — Es empfiehlt sich, das gesamte Modell nach entsprechender Grundierung mit mittelstarkem Japanpapier zu beziehen. Dieses wird so oft mit Porenfüller gestrichen und mit feinem Nassschleifpapier bearbeitet, bis eine völlig glatte, makellose Oberfläche erzielt ist. Dann kann die farbige Ausgestaltung mit Kunstharzlack erfolgen. Aus praktischen Erwägungen sollte das Modell in einer hellen, auffälligen Grundfarbe gehalten werden. Mehrfarbige Verzierungen sind eine Geschmacksfrage, ein Zuviel würde jedoch die schlanke Linienführung des „Banshee“ stören.

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Es verbleibt uns nur noch, den Er-bauern des „Banshee“ viele glückliche Flüge und Wettbewerbserfolge zu wünschen!
Jim Martin, der sympathische junge Amerikaner, mit seinem Modell ,Banshee‘. Er ist Mitglied der US-Mannschaft für die RC-I-Weltmeisterschaft 1973 und wird dem Vernehmen nach dieses ‚leicht aggressive‘ Modell einsetzen.

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Obwohl es in den USA eine ganze Reihe hervorragender Modellmotoren gibt, haben die Modellflieger eine gewisse Vorliebe für die aus Europa importierten Motoren entdeckt. So auch Jim Martin, der in seinem ,Banshee‘ sowohl den Webra 61 als auch den HP 61 erprobt (oben und unten). Da auch bei uns das Angebot an guten Motoren groß ist, dürfte die Auswahl nicht allzu schwerfallen. Jedenfalls: ein 10er muss es sein.

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Jim Martin USA
für FMT bearbeitet von Lars Waegener
Juli 1973

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