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Wolfgang Schwarze`s Falke

Wolfgang Schwarze war ein früherer Mitarbeiter der Firma Graupner. Er war in der Entwicklungsabteilung tätig. In seiner Freizeit flog er RC1 Wettbewerbe mit, zwar nicht ganz vorne, aber schlecht war bei weitem nicht.

Wolfgang war in den Siebzigern im Baden-Württembergischen Luftfahrtverband RC Motorflug Referent. Im Jahre 1980 hörte er mit dieser Ehrenfunktion auf. Ich übernahm den Job. Wolfgang und ich waren befreundet, er führte mich bestens in diesen Job als Sportfunktionär ein.

Wolfgang entwickelte in den Siebzigern sein eigenes Kunstflugmodell, den

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Hier die Baubeschreibung:

Mit diesem Kunstflugmodell und Varianten davon wurden in den 70er Jahren unter anderem mehrere BW-Landesmeister­schaften gewonnen. Konstruktives Ziel war ein möglichst leichtes Modell mit neutralen Flugeigenschaften zu schaffen.

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Das Gewicht der Prototypen lag zwischen 2300 und 2900 g, je leichter, desto weniger Motorleistung wird benötigt und um so unkritischer sind die Flugeigenschaften. Der Nachbau ist nur für versierte Modellbauer und RC-Piloten gedacht. Und nur ein gerade und verzugsfrei gebautes Modell wird die er­wünschten guten Flugeigenschaften bringen.

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Bitte beachten: Je schwerer das Modell und je höher die Motorleistung gewählt wird, um so sorgfältiger und stabiler muß gebaut werden.

Holzauswahl

Bei Balsaholz sollte darauf geachtet werden, daß möglichst leichtes, aber dennoch stabiles langfaseriges Holz verwendet wird.

Klebstoffe

Hier soll nicht unerwähnt bleiben, daß an den Prototypen viele Klebungen mit Kontaktkleber ausgeführt waren. Selbst Leitwerks- und Tragflächenbeplankungen wurden damit auf die Rippen aufgeklebt. Dies spart Gewicht, muß aber sehr sorgfältig ausgeführt werden! Weißleim oder Epoxidharz sind stabiler, aber auch schwerer.

Motorisierung

Die Originalmodelle waren jeweils mit 10-cm3-Motoren be­stückt. Beim Nachbau sollte auch aus Gründen der Festigkeit bedacht werden, daß heutige Motoren eine höhere spezifi­sche Leistung haben, so daß auch gute Motoren ab ca. 7,5 cm3 durchaus ausreichend sind.

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Mit heutigen 10-cm3-Hoch-leistungstriebwerken dürfte ein leichtgebauter »Falke« über­motorisiert sein! Ganz im Zug der Zeit darf’s also auch einer jener preiswerten Zehnkubiker mit gutem Topfschalldämpfer sein.

Die Motorbefestigung ist durch eine Alu-Rückwandplatte oder einen fertigen Motorträger vorgesehen. Der Einbau kann stehend, liegend oder 45 Grad geneigt erfolgen, je nach vor­gesehenem Schalldämpfer bzw. dem dafür benötigten Platz.

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Bei späteren Modellvarianten wurde der Tank ungefähr in den Schwerpunkt zurückverlegt, damit während des Flugs keine Lastigkeitsänderungen auftreten. Eine Kraftstoff-För­derpumpe ist dafür allerdings Voraussetzung.

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Fahrwerk

Schon damals wurde vorwiegend mit Einziehfahrwerk geflo­gen, denn feste Fahrwerke haben einen beträchtlichen Anteil am Gesamtwiderstand. Die Entscheidung, welches Fahrwerk verwendet werden soll, muß vor Baubeginn getroffen werden, um die von dieser Maßnahme betroffenen Bauteile entspre­chend abändern zu können. Dies gilt sowohl für den Kopfspant 8 als auch die Tragflächenrippen 55 bis 59.

Zusammenbau

Der erfolgt vorzugsweise entsprechend der Numerierung der Einzelteile und beginnt mit dem Rumpf.

Aus den Teilen 1 bis 7 werden je eine rechte und linke Rumpfseite hergestellt. Die Spanten 8 (je nach Motor und Fahrwerk bearbeitet) und 9 nach Plan mit der Tankauflage 10 verleimen. Die Rumpfmitte (Längsachse) auf dem Baubrett anzeichnen, ebenso die Mitte auf den Spanten 8, 9 und 11. Die Rumpfseiten mit den verleimten Teilen 8 bis 10 verkleben. Dies ergibt eine stabile Einheit. Die Spanthöhe von 9 ist so bemessen, daß der Rumpf über Kopf (hinterer Teil der Leisten 3 auf ebenem Baubrett aufliegend) gebaut werden kann. Halbspanten 11 und 12 und die Rumpfseiten am hinteren Ende miteinander verkleben. Rumpf umdrehen und die Rumpfrückenspanten 13 bis 16 sowie die unteren Stege 17 einleimen. Danach die Seitenbeplankungen 18 anpassen und festkleben. Deren Oberkante mit den Rückenspanten eben schleifen und Rumpfrücken 19 und 20 anbringen. Dann die Teile 21 bis 23 einpassen und verkleben.

Beim Aufbringen des Rumpfbodens 24 nochmals darauf achten, daß der Rumpf gerade bleibt! Es ist zweckmäßig, die Kabinenformstücke 25 bis 27 vor Einbau bereits grob vorzu­schleifen. Tankdeckel 28 und dessen Haltestücke 29 einpas­sen und anbringen. Der Rumpfkopf wird aus Balsaklötzen je nach verwendetem Motor, Motorträger, Spinner und Einbau­lage des Triebwerks angefertigt. Die Verbindung des Kopfspants mit den Rumpfseiten wird mit Glasgewebe und Harz verstärkt. Den gesamten Rumpf nun sauber verschleifen.

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Höhenleitwerk

Es wird in holmloser Schalenbauweise auf den im Plan ge­zeichneten Hellingteilen aufgebaut. Hellingteile dazu nach Plan-Draufsicht mit Nadeln aufs Baubrett heften. Darauf un­tere Beplankung 30 heften und die Rippen 31 bis 35 aufkle­ben, darauf die obere Beplankung 36. Nasen- und Endkante zur Aufnahme von Nasen- und Endleiste 37 und 38 plan-schleifen. Nach Anbringen der Randbögen 39 das gesamte Leitwerk profilieren und die Randbögen rundschleifen. Höhenruder 40 ebenfalls profilieren.

Seitenleitwerk

Es wird aus den Teilen 41 bis 43 nach Plan aufgebaut und die Nasenkante verschliffen. Das Ruder wird aus den Teilen 44 a und 44 b verklebt und nach Plan profiliert.

Höhen- und Seitenflosse werden nun genau rechtwinklig zueinander und zum Rumpf ausgerichtet und verklebt. Dazu die Rumpfauflage eventuell nachschleifen. Es wird empfoh­len, zur Verstärkung beidseitig außen zwischen Rumpfseite und Höhenleitwerk eine rumpfseitig mehrfach eingeschnit­tene Dreikantleiste (6 mm x 6 mm) aufzukleben. Diese Leiste ist im Plan aber nicht gezeichnet.

Die Formstücke 45 werden zurechtgeschliffen und einge-paßt. Sporn 46 festkleben, eventuell etwas in den Rumpf­boden einlassen. Die Tragflächenbefestigung wird aus den Teilen 47 und 48 sorgfältig in den Rumpf geklebt.

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Tragfläche

Es wird empfohlen, den Aufbau in einem Stück auf zwei im Winkel der V-Form zueinander liegenden Hellingbrettern vor­zunehmen. Der Hauptholm wird mit 3 mm unterlegt, die Höhe hinten wird durch die Endleiste bestimmt. Der überstehende Teil wird später abgeschnitten (siehe Profilschnitte).

Man beginnt mit dem Verleimen des Hauptholms aus den Teilen 59 und 50 und dem Anbringen der gewählten Sperr-holz-Fahrwerksverstärkungen aus den entsprechenden Rip­pen. Unter Einbeziehung des Hilfsholms 52 werden die Rip­pen 53 bis 65 auf die Holme gesteckt, ausgerichtet und festgeklebt. Die Wurzelrippen 66 und 67 fluchtend ausrichten und anleimen. Dann folgt die obere Beplankung aus 68 bis 70. Tragfläche von der Helling abnehmen und letztere auf die negative V-Form der Flächen-Oberseite umbauen. Fläche mit der beplankten Oberseite auflegen und die Endleiste mit einer Hilfsleiste unterlegen. Die Hilfsleiste hat eine Höhe von 17,5 mm bei Rippe 53 und eine Höhe von 13 mm bei Rippe 65 (siehe Profilschnitte). Nun die Scharnierverstärkungen 71 und die hintere Beplankung 72 anbringen. Die Haltedübel 73 wer­den sorgfältig ausgerichtet und eingeklebt, auch an der Rippe 53 ankleben!

Jetzt werden die gewählten Fahrwerks-Auflageleisten 76 eingebaut. Dann die restliche Beplankung 74 und 77 sowie die Nasenleiste 75 anbringen. Die Randbögen werden am 15 mm starken Balsa nach Profil bei der Rippe 65 hergestellt und angeklebt. Dann die Querruderantriebe 79 und die dafür aus­gearbeiteten Endleistenstücke 80 anbringen. Nach Verschlei­fen wird die Sperrholzverstärkung 81 aufgeklebt. Die Quer­ruder 82 werden aus einer symmetrischen Endleiste (30 mm X 15 mm) hergestellt. Tragfläche, besonders Nasen- und Endleiste, nach Profil sauber verschleifen. Zur Verstärkung wird ein ca. 40 mm breiter Glasgewebestreifen mit Expoxid-harz über die Tragflächenmitte laminiert.

Die Tragflächenauflage des Rumpfes muß jetzt kontrolliert bzw. genau an die fertige Tragfläche angepaßt werden. Falls notwendig, sind die Haltebohrungen in Spant 9 an die Gege­benheiten der Tragflächendübel 73 anzupassen. Letztlich muß die Tragfläche winklig präzise am Rumpf zum Höhenleit­werk festgeschraubt werden können. Um die Auflage am , Rumpf zu vergrößern, kann ein 0,8 mm oder 1 mm starker, ca. 10 mm breiter Sperrholzstreifen in die Rumpfseitenteile 1 und 2 eingearbeitet und geklebt werden.

Oberflächenbehandlung

Hier hat wohl jeder seine eigene Methode. Besonders leicht und zeitsparend ist eine Folienbespannung. Mehrarbeit, aber auch ein schöneres Modell wird durch Imprägnierung mit Porenfüller, darauffolgendes Bespannen mit Papier und anschließende Lackierung erreicht.

Ruderscharniere

Quer- und Seitenruder werden mit je 3, das Höhenruder mit 4 Scharnieren stabil und mittig angebracht.

Einbau der Fernlenkanlage

Er richtet sich nach den zum Einbau vorgesehenen Kompo­nenten. Ein geübter Modellbauer hat hier sowieso seine eigene Methode.

Schwerpunkt

Dieser sollte in Zusammenhang mit dem Fernsteuerungsein­bau nach Plan ausgewogen werden. Und zwar so, daß mög­lichst kein zusätzliches Trimmblei nötig wird.

Ruderausschläge
Querruder             +/-15/12 mm
Höhenruder          +/-25/25 mm
Seitenruder           so viel wie möglich

Technische Daten:
Spannweite 1,55 Meter
Länge: 1,59 Meter
Empfohlener Antrieb: 10cc Zweitakter
Fluggewicht: ca. 3,5 kg

Bauplan (bitte vergrössern, mir liegt Originalplan als PDF vor)

Dieses Flugzeug ist zu Kaufen: https://www.umfc-kirchschlag.at/marktplatz/marktplatz.php?mp_Aktion=detail&mp_Segment

Bauplan (bitte vergrössern, mir liegt Originalplan als PDF vor)

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